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Was ist Biofeedback?

 

Beim Biofeedback dreht sich Alles um Lernprozesse in denen Personen die Fähigkeit erlernen ihren Organismus aktiv in Richtung Gesundheit zu beeinflussen.

Biofeedback ist eine wissenschaftliche Methode, in der erlernt wird den eigenen Organismus aktiv zu beeinflussen. Dazu werden Biofeedbackgeräte genutzt. Diese stellen das Feedback (also die Rückmeldung) über körperliche Veränderungen live und sofort auf einem Computerbildschirm dar.

Selbst minimale Veränderungen können so wahrgenommen werden, was die Motivation positiv beeinflusst und dabei hilft den engen Zusammenhang von Gedanken, Emotionen, etc. darzustellen.

Diese Seite dient dazu alle Interessierten zum Thema Biofeedback aufzuklären, Sie ersetzt aber natürlich keine medizinische Diagnostik oder Behandlung – siehe Infos hier. Wenn Sie Therapeut oder Trainer sind, der professionelles Biofeedback anbieten möchte, können Sie hier eine Beratung anfordern.

Sprachlich ähnlich, aber inhaltlich völlig verschieden ist die sogenannte Bioresonanz-Methode. Biofeedback ist nämlich ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren, während es für die Bioresonanz-Methode keine Wirknachweise gibt.

 

Hinweis: Einige Hinweise zur Funktionsweise der Systeme in diesem Bericht beziehen sich auf das Neuromaster-System von Insight Instruments. Grundlegend sind die Informationen für die gesamte Biofeedback-Thematik gültig, es kann aber sein, dass andere Geräte manche Features nicht aufweisen.

Wie funktioniert Biofeedback?

Wie schafft man es mittels Biofeedback die willentliche Kontrolle über unsere Körperfunktionen zu gewinnen? Intuitiv erscheint dies schwierig, da die meisten dieser Funktionen ja (zum Glück) unbewusst ablaufen. Wir kriegen also gar nicht mit, dass wir gerade atmen. Noch viel schwieriger wird es bei Werten wie der Muskelspannung oder dem Schwitzen der Hände. Hier Einsicht zu gewinnen dürfte für die meisten Menschen sehr schwierig sein.

Hier kommen die Biofeedbackgeräte ins Spiel. Über Sensoren werden diese Werte gemessen und rückgemeldet. Beim EMG-Biofeedback wird beispielsweise die Muskelspannung trainiert. Dabei werden Elektroden auf einem Muskel, wie z.B. dem Nacken angebracht, die die Spannung messen. Selbst Änderungen im µV-Bereich werden hier erfasst. Über einen Bildschirm nehmen Patienten dann wahr, wie sich diese Werte durch Entspannung oder Stress verändern (z.B. beim Kopfrechnen oder Berichten über ein stressiges Ereignis).

Einer der wesentlichsten Faktoren dieser Methode ist, dass viele Patienten hier zum ersten Mal diesen Einfluss „schwarz auf weiß“ belegt bekommen. Oft kommt es auch vor, dass bestimmte Zustände schon chronisch sind, so dass Patienten intuitiv glauben, dass sie „ja gar nicht gestresst sind“.

Doch so wirkungsvoll diese Diagnostik ist, viel relevanter ist die Möglichkeit diese Werte aktiv zu beeinflussen. Sehr viele Krankheitsbilder und Beschwerden lassen sich nämlich verbessern, indem man Sie einer bewussten Kontrolle unterwirft (Spannungsschmerzen, Burnout, Schlafstörugen).

Dies funktioniert wieder deshalb so gut, da der Patient durch die sofortige Rückmeldung schnell erkennt, welche Strategien ihm dabei helfen den Wert in die richtige Richtung zu bewegen.

Nehmen wir als Beispiel hier das Handerwärmungstraining: z.B. genutzt bei Morbus Raynaud (kalte Hände) oder der Migränevorbeugung. Während manche Patienten hier davon profitieren sich warme Gegenstände wie ein Lagerfeuer oder eine Heizung vorzustellen, kommen andere besser damit zurecht sich „emotional warme“ Situationen vorzustellen (freudige persönliche Ereignisse). Und wieder andere schaffen die Erwärmung am besten, wenn Sie sich schlicht „auf die Entspannung einlassen“.

Ganz egal was am besten funktioniert – mit Biofeedback wird die passendste Methode rasche erkannt. Nach einer gewissen Trainingszeit (oft nicht mehr als 5-15 Sitzungen, je nach Schwere der Problematik) wird erlernt diese Fähigkeit auch im Alltag ohne Gerät anzuwenden, dann ist der Patient nicht mehr auf das Gerät angewiesen und kann seinen Problemen aktiv entgegentreten.

Biofeedback ist ein Weg aus der Hilflosigkeit gegenüber Krankheit und Beschwerden – der Patient wird vom passiven Empfänger zum aktiv Handelnden.

Was wird gemessen?

Beim Biofeedback werden verschiedenste Parameter gemessen, einige haben sich aber über die Jahre als die zentralsten herausgestellt – über diese werden wir nun kurz sprechen.

Der Hautleitwert

Das Prinzip des Hautleitwerttrainings kennen Sie vielleicht aus Film und Fernsehen, es ist prinzipiell das selbe wie bei Lügendetektoren. Die Nutzung basiert darauf, dass die Hände prinzipiell bei Stress eher zu schwitzen beginnen, womit der Hautleitwert ein guter Indikator für Stress und Entspannung ist. Der Hautleitwert wird oft zu Beginn der Therapie intensiv genutzt, da er sehr sensibel reagiert. Damit ist er ideal um Patienten das Biofeedback-Prinzip vor Augen zu führen. 

Genutzt wird er einerseits in der Diagnostik (um Stress zu erheben) und dann natürlich auch in der Therapie, wobei gestresste Patienten erlernen aktiv ihren Hautleitwert zu senken. Diese Fähigkeit dürfte auch (ich schweife kurz ab) ein Grund sein, warum Lügendetektoren nicht flächendeckend eingesetzt werden. Schließlich kann man erlernen die Werte zu manipulieren (und keine Sorge: das Gerät kann keine Gedanken lesen oder Ähnliches.)

Temperatur

Beim schon kurz erwähnten Temperatur-Biofeedback geht es darum, die Fähigkeit zu erlernen die Hände bewusst zu erwärmen. Die Temperatur der Hände gilt ebenso wie der Hautleitwert als guter Anhaltspunkt für Anspannung und Entspannung. Die Temperatur reagiert hier etwas langsamer als der Hautleitwert. Die Methode (z.B. angewandt zur Migränevorbeugung oder zur Behandlung kalter Hände) wird oft mit anderen Entspannungstechniken, wie z.B. dem autogenen Training, kombiniert um die Effekte zu verdeutlichen oder zu verstärken.

Muskelspannung

Das Training der Muskelspannung ist sehr beliebt, wohl unter anderem dadurch, dass eine verspannte Muskulatur für viele Menschen ein bekanntes Problem ist. Solch eine chronische Überspannung äußert sich dann häufig in Schmerzzuständen, daher ist das Ziel des meisten EMG-Trainings das Verringern eben dieser Spannung.

Neben diesem Vorgehen kann EMG-Biofeedback aber auch genutzt werden, um geschwächte Muskulatur wieder zu kräftigen. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl das Training des Beckenbodens, welches bei Inkontinenz oder Erektiler Dysfunktion genutzt wird.

Atmung

Beim Atemtraining wird meist eine langsame, tiefe Bauchatmung trainiert. Der Vorteil dieser Methode ist es, dass die Atmung für die meisten Klienten sehr bewusst kontrollierbar ist, man kann hier also meist rasch Erfolge erzielen. Gemessen wird hier mittels eines Gurtes oder eines Infrarotsensors (falls der Patient keinen Gurt möchte).

Vor Allem bei Angsterkrankungen und PTBS hat sich Atem-Biofeedback als immens nützliche Therapieform gezeigt, aber auch für alle stressbedingten Probleme ist es bestens geeignet.

Periphere Durchblutung (Vasonstriktionstrainig)

Eine sehr spezielle Form des Biofeedback ist das sogenannte Vasokonstriktionstraing. Hier wird erlernt die Durchblutung der Schläfenarterie zu beeinflussen. Für das Messen wird ein Lichtsignal ausgesandt und durch die Reflektion wird die Durchblutung gemessen.

Das Vasokonstriktionstraing wird eigentlich ausschließlich für die Migränetherapie genutzt. Da die Theorie bezüglich der Migräneattacke dahingeht, dass diese durch ein plötzliches Öffnen der Schläfenarterie begünstigt wird, lernt der Klient eben dieser Öffnung entgegentreten um den aufkommenden Anfall zu stoppen.

Herzratenvariabilität

Eine verhältnismäßig neue Biofeedack-Methode ist das Training der Herzratenvariabilität. Wobei neu hier vielleicht nicht ganz korrekt ist, schließlich berichtete bereits der chinesische Arzt Wang Shu-he:

„Wenn das Herz so regelmäßig wie das Klopfen eines Spechtes oder das Tröpfeln des Reges auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von vier Tagen sterben“.

Ganz so radikal würde ich es vielleicht nicht formulieren, jedoch hatte er insofern recht, als dass sich (entgegen der landläufigen Meinung) ein gesunder Herzschlag durch gewisse Unregelmäßigkeiten in seinem Rhythmus auszeichnet. Diese Unregelmäßigkeiten entstehen durch Einflüsse wie Emotionen, Stress oder auch der Atmung. Das Ganze wird ziemlich schnell einleuchtend, wenn man sich vorstellt, dass man von einem Freund erschreckt wird. Bei so einem Schock wäre es ja eher unüblich, wenn der Herzschlag nicht schneller wird. Ein gesundes Herz

sollte über die Fähigkeit verfügen sich an solche Einflüsse anzupassen. Eine Einschränkung dieser Fähigkeit findet sich bei vielen Erkrankungen, wie z.B. bei Depression oder nach besonders stressreichen Ereignissen wie einer Krebstherapie.

Die Herzratenvariabilität wird sowohl diagnostiziert (wie gut kann das Herz des Patienten reagieren ), als auch trainiert. Hierbei wird meist ein Training der sogenannten respiratorischen Sinusarrhythmie durchgeführt. Das klingt komplex, steht aber nur für den Einklang von Herzschlag und Atmung. Es wird empfohlen den Patienten hier zusätzlich zu einem HRV-Sensor mit einem Atemsensor zu unterstützen.

Neurofeedback (EEG)

Auf theoretischer Ebene ist Neurofeedback nichts anderes, als eine Unterkategorie des Biofeedback. In diesem Fall werden Gehirnaktivitäten beeinflusst Die Methode hat aber mittlerweile eine gewisse Popularität erreicht und auch durch die alltägliche Trennung von „Gehirn und Körper“ hat es sich eingebürgert Neurofeedback als einzelne Methode zu benennen.

Das Prinzip ist allerdings genau das gleiche, bei der wohl häufigsten Anwendungsart, dem sogenannten Frequenzbandtraining, wird erlernt die Aktivität gewisser Frequenzbänder zu beeinflussen Diese Bänder werden mit verschiedenen Zuständen in Verbindung gebracht, so z.B.:

  • Alpha-Band: Entspannung
  • Theta-Band: Schläfrigkeit /Tagträumerei
  • Beta-Band: Aufmerksamkeit/Aktivität
  • etc.

Der häufigste Anwendungsbereich ist hier wohl mit Abstand die Behandlung von ADHS. Hierbei wird erlernt die Aktivität im Beta-Band zu erhöhen und im Theta-Band zu vermindern. Aber auch im Spitzensport wird Neurofeedback immer populärer.

Anwendungsgebiete für Biofeedback & Neurofeedback

Durch die vielfältigen Möglichkeiten mit verschiedenen Sensoren sind die Anwendungsgebiete von Biofeedback und Neurofeedback sehr weit gestreut. Meist werden Sie in Bereichen wie Psychosomatik, Schmerztherapie, Psychologie und Psychotherapie eingesetzt. Darüber hinaus wird die Methode mittlerweile auch zur Erreichung von Spitzenleistungen in Training und Coaching genutzt.

Zur Bewertung der Wirksamkeit sind neben zahlreichen Berichten von Anwendern auch Unmengen an wissenschaftlicher Literatur vorhanden. Die US-amerikanische AAPB hat in ihrem 2016 veröffentlichten Review unter Anderem folgende Anwendungsgebiete als Wirksam oder Wahrscheinlich Wirksam genannt.

Stress und Burnout

Biofeedback wird eingesetzt um Stress und Burnout zu verhindern (Prävention), oder solche Beschwerden zu behandeln, wenn Sie bereits aufgetreten sind. Genutzt werden hier eigentlich alle vorher genannten Biofeedback-Modalitäten wie EMG-Training, Atem-training, HRV usw. Die Klienten können z.B. durch Animationen unterstützt werden die Entspannung immer weiter fortschreiten zu lassen, wie z.B. über eine Blume, welche sich immer weiter öffnet.

Auch im nicht-klinischen Bereich wird Biofeedback als generelles Entspannungstraining genutzt um zu erlernen aktiv Phasen der Erholung in den Alltag zu integrieren.

Schmerztherapie

Neben Stress und Burnout ist die Behandlung Schmerzen wohl der Kernbereich der Biofeedback-Methode. Biofeedback eignet sich hervorragend dafür den häufig auftretenden Teufelskreis aus Stress – Verspannung – Schmerz – mehr Stress – mehr Verspannung – mehr Schmerz….. zu durchbrechen.

Genutzt wird die Methode beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen, aber auch Bruxismus. Hier wird meist mittels EMG-Biofeedback gearbeitet. In der Migränevorbeugung hat sich das Temperatur-Biofeedback als sehr hilfreich erwiesen.

Angststörungen

Angststörungen sind die häufigste psychische Störungsgruppe und auch hier wird Biofeedback-Therapie erfolgreich eingesetzt. Einerseits wird mittels allgemeinem Entspannungstraining dafür gesorgt, dass das allgemeine Erregungsniveau gesenkt wird und andererseits wird auch Expositionstraining genutzt.

Hierbei werden den Klienten stressauslösende Stimuli (z.B. Bilder von Spinnen) präsentiert, damit diese lernen sich der Angst auszusetzen. Als besonders hilfreich hat sich hier das Training von Atmung und Herzratenvariabilität erwiesen.

ADHS

Ziel der Behandlung ist hier den Kindern beizubringen das Beta-Band (stellvertretend für Aufmerksamkeit) stärker zu aktivieren und das Theta-Band (stellvertretend für Tagträumerei) weniger stark zu aktivieren. 

Dazu werden EEG-Elektroden am Kopf befestigt und mittels kindgerechtem Feedback übt das Kind diesen Einfluss zu erlernen. Die Erfolge gehen hier zeitweise sogar über jene der medikamentösen Behandlung hinaus oder sind mit diesen vergleichbar (alle Medikamenten-bezogenen Fragestellungen sind aber immer vorab mit einem Arzt abzuklären).

Depression

Vor Allem mit der steigenden Popularität des Trainings der Herzratenvariabilität hat sich Biofeedback auch als wirksame Behandlungsmethode für Depressionen durchgesetzt. Eine Studie aus Deutschland zeigte z.B., dass Patienten nach einer Behandlung mit HRV-Biofeedback niedrigere Depressionswerte und auch verringerte Angst zeigten.

Rehabilitation

In der Rehabilitation von Muskeln (z.B. nach Schlaganfällen) ist die (wenn vorhandene) Restaktivität des Muskels oft so schwach, dass diese gar nicht mehr wahrgenommen werden kann. Kleine Verbesserungen werden vom Patienten nicht registriert, was zu fehlender Motivation und Therapieabbrüchen führen kann. Biofeedbck zeigt hier selbst kleinste Verbesserungen auf dem Bildschirm an und hilft damit die Motivation aufrechtzuerhalten.

Genutzt wird hier EMG-Biofeedback und bei manchen Muskeln wird die Rehabilitation peripherer und zentraler Lähmungen im Vergleich zu konventioneller physikalischer Therapie verbessert, beschleunigt, oder unterstützt.

Inkontinenz

Inhaltlich recht ähnlich zum Biofeedback in der Rehabilitation von Schlaganfällen ist das Biofeedback-Training bei Inkontinenz. Hier wird allerdings mittels Vaginal- und Analelektroden der Beckenoden trainiert (für Frauen und Männer). Die Behandlung zeigt Erfolgsraten von fast 80% in nur wenigen Sitzungen und eignet sich auch für die Behandlung von Sexualstörungen wie Vaginismus.

Leistungssport

Im letzten Punkt des Biofeedback im Beruf haben wir ja gerade gehört, dass Biofeedback nicht nur genutzt werden kann um Beschwerden vorzubeugen oder diese zu behandeln, sondern auch um gesunden Personen Spitzenleistungen zu ermöglichen.

Besonders im Bereich des Spitzensports ist dieses Training mittlerweile verbreitet und wurde z.B. bei olympischen Athleten, Golfspielern und anderen Sportlern genutzt.

Beruf

In den letzten Jahren wird die Biofeedback-Methode auch im nicht-klinischen Bereich und hier ganz verstärkt in betrieblichen Settings angewandt. Dies kann im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge erfolgen oder auch genutzt werden um Führungskräften Top-Leistungen zu ermöglichen.

Weitere Anwendungsgebiete von Biofeedback sind z.B.:

Schlafstörungen

Stressdiagnostik

Morbus Raynaud

PTBS

Asthma

Erektile Dysfunktion

Sucht

Reizdarmsyndrom

Tinnitus

Verstopfung

Hyperventilationssyndrom

Therapieablauf und Dauer

Üblicherweise laufen Biofeedback-Behandlungen oft nach einem recht ähnlichen Muster ab. In der ersten Sitzung wird meist das Prinzip erklärt und mittels einfachen Liniendarstellungen wird dem Patienten vor Augen geführt, wie sein Organismus auf Stress und Entspannung reagiert. Dadurch wird der Patient mit der Methode vertraut.

Danach wird ein sogenanntes Stressprofil durchgeführt, in welchem erhoben wird, wie der Patient auf Stress reagiert und vor Allem ob und wie schnell er sich wieder entspannt.

Auf Basis dieser Erhebung wird dann ein Trainingsplan für das Biofeedbacktraining erstellt. Im Rahmen dieses Trainings sitzt der Patient meist in einem bequemen Sessel und beobachtet die Körperfunktionen und versucht diese zu beeinflussen Sitzungen selbst dauern meist um die 20 Minuten und werden dann gemeinsam besprochen.

Eine spannende Frage ist natürlich auch jene nach der Dauer der Biofeedback-Therapie. Im Schnitt werden hier zwischen 4-18 Sitzungen absolviert. Diese sehr große Spannweite kommt daher, dass die Anzahl der Sitzungen natürlich von der Schwere der Erkrankung abhängt. „Einfachen“ Stress kann man schneller entgegentreten, als schweren Depressionen.

Als sehr sinnvoll hat es sich erwiesen vor der Behandlung ein Zielkriterium festzulegen und die Behandlung bis zu dessen Erreichung durchzuführen. Das Ziel ist, dass der Klient erlernt seinen Organismus auch ohne Rückmeldung durch die Geräte zu beeinflussen Nach einigen Monaten können sogenannte Booster-Sitzungen durchgeführt werden in denen der Erfolg nochmals kontrolliert wird und das Erlernte gefestigt werden kann.

Kosten der Biofeedbackbehandlung

Eine der häufigsten Fragen von Patienten ist jene nach den Kosten für eine Biofeedback-Behandlung. In Deutschland werden im Schnitt Stundensätze von €80-€120 für eine Stunde Biofeedback-Therapie verrechnet. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten im Regelfall nicht. Wenn Biofeedback im Rahmen eines anderen „Kassenverfahrens“ wie Autogenem Training oder Psychotherapie (begleitend) angewandt wird, kann es sich um eine Kassenleistung handeln. Die BKK advita hat auch ein Sonderprojekt, in welchem Sie die Kosten für die Behandlung bei Spannungskopfschmerzen übernimmt.

Eine Sonderstellung nimmt Neurofeedback in der Ergotherapie ein. Wenn eine entsprechende medizinische Grundlage vorliegt kann Neurofeedback im Rahmen der ergotherapeutischen Heilmittel vom Ergotherapeuten eingesetzt werden.

Bitte beachten Sie, dass diese Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt wurden und Veränderungen unterliegen können. Es ist zu empfehlen prinzipiell immer beim Anbieter oder der Krankenkasse nachzufragen inwiefern Kosten übernommen werden können.

Vorteile und Risiken

Die Biofeedback-Methode bietet viele Vorteile, über die wir abschließend noch kurz sprechen wollen.

Einsicht
Ein wesentlicher Vorteil der Methode ist die Einsicht, welche Patienten in Ihren Organismus erlangen. Gerade Skeptiker („ich bin nicht gestresst“) lassen sich oft erst durch den naturwissenschaftlichen Beweis mittels Biofeedback davon überzeugen, dass hier doch Handlungs-bedarf besteht.
Kontrollerleben
Als zentraler Wirkfaktor von Biofeedback gilt die Stärkung von Kontrollerleben und Selbstwirksamkeit. Viele Patienten haben schon unzählige Methoden versucht und fühlen sich chronischen Beschwerden oft hilflos ausgesetzt. Biofeedback bietet ein Werkzeug diesen aktiv gegenüberzutreten.
Diagnostik
Mittels der Biofeedback-Sensoren und sogennanter Stresstests können Patient und Therapeut gemeinsam ganz einfach herausfinden, wie der Organismus auf Stress reagiert und natürlich auch welches Körpersystem am stärksten betroffen ist (Atmung? Muskelspannung?).
Die richtige Methode
Biofeedback wird nicht nur genutzt um das Problem zu erkennen, sondern auch um die Lösung zu finden. Mittlerweile gibt es unzählige Entspannungstechniken – mit Biofeedback können Sie objektiv und individuell erkennen, welche am besten funktioniert.
Motivation
Durch die Sensibilität ist fast jeder noch so kleine Erfolg sichtbar. Gerade bei langwierigen Therapien (wie z.B. die Rehabilitation nach Schlaganfällen) kann dieser sichtbare Erfolg ein zentraler Baustein für den Patienten sein die Therapie weiter fortzusetzen.
Verlaufskontrolle
Dieser Faktor ist für beide Therapieteilnehmer eine sehr praktische Sache. Einerseits sieht nämlich der Klient die Fortschritte der Therapie, aber auch der Therapeut selber kann sein Vorgehen stets überprüfen und bei Bedarf den Therapieplan anpassen.
Risiken und Nebenwirkungen
Zur (nicht-medikamentösen) Biofeedback-Behandlung selbst sind keinerlei Risiken oder Nebenwirkungen bekannt. Aus der Praxis wurden allerdings sogenannte „positive Nebenwirkungen“ berichtet. Damit war gemeint, dass sich die Behandlung auch positiv auf Lebensbereiche ausgewirkt hat, welche nicht ursächlicher Teil der Therapie waren.

Bei schwerwiegenden psychischen Störungen (z.B paranoide Schizophrenie) oder bei Gefahr eines Flashbacks durch Tiefenentspannung sollte laut Literatur jedoch ganz generell immer eine medizinische Fachkraft anwesend sein.

Hinweis: Bitte den entsprechenden Part bezüglich Gesundheitsinformationen unseres Haftungsausschlusses beachten.

Wo finde ich einen Therapeuten?

Patienten und Klienten können einen Biofeedback-Therapeuten z.B. in der Therapeuten-Datenbank der Europäischen Biofeedback-Akademie finden. Diese Organisation bietet auch einen Universitätslehrgang Biofeedback-Therapie in Zusammenarbeit mit der Sigmund Freud Privatuniversität an.

Biofeedbackgeräte

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu den Systemen, die das Arbeiten mit Biofeedback überhaupt möglich machen – den Biofeedbackgeräten. Die Systeme erlauben Patienten und Therapeuten Einsicht in ansonsten nicht oder kaum wahrnehmbare Prozesse. Während Biofeedbackgeräte vor einigen Jahrzehnten durchaus noch eine Randerscheinung war, ist der Markt mittlerweile größer geworden und viele Anbieter bieten Ihre Systeme an. In diesem Abschnitt werden wir zwei Arten von Systemen betrachten, kleine Heimgeräte, sowie professionelle Systeme für Therapie und Training.

Heimgeräte

Neben den Profi-Systemen ist vor Allem der Markt an Heimgeräten stark gewachsen, hier gibt es z.B. das thePiP-System, welches Hautleitwertstraining mittels Smartphone anbietet. Solche Heimgeräte eignen sich für mehrere Gelegenheiten:

  • für Klienten und Therapeuten, welche die Methode gerne einmal spielerisch kennen lernen möchten
  • in Kombination mit einem stationären Profi-System. Hierbei wird der Patient vom Anwender instruiert und benutzt das Heimgerät zum Üben zuhause.
Heimgeräte sind unserer Ansicht nach aber auf keinen Fall für professionelle Biofeedback-Therapie zu empfehlen. Denn einerseits sollten sich Patienten auf gar keinen Fall selbst behandeln und andererseits ist auch die Beratung und Anweisung durch den Therapeuten beim Biofeedback zentral.

Profi-Systeme

Für die professionelle Arbeit mit Biofeedback sind auf jeden Fall Experten-Systeme zu empfehlen. Preislich bewegen sich diese in einem Bereich zwischen €4500 – €10000 und sind für Therapeuten, Ärzte, Trainer, Heilpraktiker, etc. gedacht. Da auch dieser Markt durchaus mittlerweile eine gewisse Größe erreicht hat, folgend einige Punkte, auf die man achten sollte, wenn man sich für ein Biofeedback-System entscheidet.

Medizinische CE-Zertifizierung
Eine CE-Zertifizierung als Medizinprodukt ist in vielen Fällen eine Voraussetzung für die Anwendung von Biofeedback (nur solche dürfen für Behandlung eingesetzt werden).

Diese Zertifizierung wird von manchen Herstellern nicht angeboten und senkt natürlich den Preis, aber auch die Qualitätsanforderungen.

Biofeedback und Neurofeedback
Manche Hersteller bieten nur Biofeedback oder nur Neurofeedback an. Falls Sie auch daran denken, einmal beide Methoden zu nutzen, sollten Sie gleich ein System nutzen, welches beide Optionen bietet.

Dann müssen Sie nicht später ein neues System mit neuer Software (in die Sie sich wieder einarbeiten müssen) erwerben.

Modularer Aufbau
Einige Systeme, wie das Neuromaster-System sind modular aufgebaut. Das heißt Sie können günstig mit einer beliebigen Zahl an Sensoren starten und jederzeit bei Bedarf erweitern.

Dadurch müssen Sie nicht, wenn Sie Ihr Angebot erweitern wollen gleich ein neues System kaufen, sondern z.B. nur einen Sensor.

Flexible Anwendung
Das System sollte flexibel mehrere Bereiche abdecken können, z.B. Messungen in Bewegung, im Sitzen oder Langzeitmessungen.
Genaue Messungen
Fragen Sie den Hersteller, welche Maßnahmen er ergriffen hat um genaue Messwerte sicherzustellen und um Artefakte zu verhindern.
Service
Die Betreuung sollte nicht nach dem Kauf enden. Gerade eine Einschulung zu Beginn kann die Arbeit mit Biofeedback sehr erleichtern.
Erfahrung
Ein weiterer zentraler Punkt ist natürlich die Expertise des Anbieters. Einige Hersteller sind schon seit Jahrzehnten im Biofeedback-Geschäft tätig, oft ein Hinweis dafür, dass Sie auch langfristig mit den Produkten rechnen können.

Das Neuromaster-System

Als Entwickler von Systemen für Biofeedback und Neurofeedback seit mehr als 25 Jahren können wir Ihnen hier unser Neuromaster-System empfehlen. Der Neuromaster® (Made in Germany) ist ein zertifiziertes Medizinprodukt und universell für Biofeedback, Neurofeedback und psychophysiologische Forschung einsetzbar.

Ob Therapie oder Training, das Neuromaster-System bietet für alle Anwender die richtige Lösung!

Mit dem Neuromaster-System können Sie:

  • Biofeedback und Neurofeedback unkompliziert in Ihren Praxisalltag integrieren
  • völlig flexibel arbeiten, ganz egal ob stationär mit Netzstrom, mobil mit Batterien oder unterwegs mit 24h-Messungen
  • von Experten erstellte Vorlagen mit nur einem Klick starten
  • mehrere Parameter (wie z.B. Muskelspannung, Atmung, Hautleitwert uvm.) gleichzeitig messen
  • Messfehler durch Kabelbewegungen vermeiden
  • auf die Unterstützung von Insight Instruments von der ersten Beratung bis hin zu Jahre nach dem Kauf zählen
  • Der Aufbau des Systems ist komplett modular, Sie können also auch klein einsteigen und Ihr System bei Bedarf ergänzen. So müssen Sie auch nicht für etwas zahlen, was Sie gar nicht benötigen.

Insight Instruments hat ein Team aus Spezialisten aus Bereichen wie Psychologie, Medizintechnik aber auch Marketing um Sie auf allen Ebenen bei der erfolgreichen Arbeit mit Biofeedback zu unterstützen. Sie sprechen bei uns stets mit einem Experten!

Biofeedback-Ausbildung und Einschulung
Neben umfassendem Support sowie Schulungen und Tutorials (vor Allem für den Einstieg), können wir über die Europäische Biofeedback-Akademie (in Zusammenarbeit mit der Sigmund Freud Privatuniversität) auch die einzige zertifizierte Biofeedback-Ausbildung auf universitärem Niveau anbieten.